Ein anderer Anfang. Wir können mehr, als wir uns gerade zutrauen.

burga_neckermann_hero_mission

Der Jahresanfang - zwischen Hoffnung und Angst

Zum Jahresanfang wird es oft stiller. Und gleichzeitig lauter im Kopf. Viele Menschen starten in diese Zeit mit einer diffusen Angst: Angst vor Krieg. Angst vor der wirtschaftlichen Entwicklung. Angst vor dem, was global geschieht – USA, Russland, China. Und ganz konkret: Angst um unsere eigene Volkswirtschaft. 

Diese Ängste sind nicht aus der Luft gegriffen. Fast jeder Unternehmer, den ich kenne, spürt Einbrüche. Manche denken über Entlassungen nach, andere über Schließungen. Und wir wissen alle: Wenn es kippt, dann oft schneller, als man glaubt. Dann trifft es nicht nur einzelne Unternehmen, sondern ganze Ketten – Zulieferer, Gastronomie, Dienstleister. Menschen verlieren ihre Arbeit. Steuereinnahmen brechen weg. Ein Kreislauf gerät ins Rutschen. Das ist Realität. Und genau deshalb ist entscheidend, wie wir mit ihr umgehen. 

Wir reden uns kleiner, als wir sind

Was mich umtreibt, ist nicht nur die Lage selbst. Es ist der Ton, den wir anschlagen. Das permanente Jammern. Das ständige Schlechtreden. Die reflexhafte Empörung. Wer heute Verantwortung übernimmt oder versucht, etwas zu bewegen, wird oft sofort zerrissen. Als müsste in einer hochkomplexen Welt alles augenblicklich perfekt sein. Als gäbe es einfache Antworten auf vielschichtige Probleme. So schlimm steht es noch nicht um uns.

Aber wir sprechen, als wäre alles bereits verloren. Und diese Selbstbeschreibung wirkt. Nach innen – und nach außen. Worauf wir unseren Fokus legen, das verstärken wir.  Und im Moment verstärken wir vor allem das Negative.

Wenn alles wichtig ist, ist nichts wichtig

Gleichzeitig verlieren wir uns in Nebenschauplätzen. 
Debatten um Sprache. Symbolfragen. Daueraufgeregte Empörung über Einzelthemen.            

Wir sollten uns ehrlich fragen: Was ist jetzt wirklich entscheidend? Was sichert Stabilität? Was schafft Zukunft? Für mich ist ein Punkt dabei zentral: unsere wirtschaftliche Substanz.

Denn wenn Unternehmen reihenweise aufgeben, zieht das Kreise – durch Regionen, Branchen und Lebensentwürfe. Das ist kein abstraktes Szenario. Das ist gelebter Alltag.

Verzerrte Wirklichkeiten

Ein weiterer Faktor, den wir nicht unterschätzen dürfen, ist Social Media. Algorithmen schaffen abgeschlossene Realitäten. Jeder bewegt sich in seiner eigenen Informationswolke, in der bestimmte Bilder, Narrative und Deutungen immer wieder bestätigt werden. 

Gerade junge Menschen bekommen so oft ein verzerrtes Bild davon, wie Politik funktioniert, wie Systeme zusammenhängen, wie komplex Entscheidungen tatsächlich sind – und wie die Welt insgesamt tickt. Es geht dabei nicht um einzelne Plattformen oder Schuldzuweisungen. Es geht um eine Dynamik, die vereinfacht, zuspitzt und polarisiert. Und die spaltet – leise, aber wirksam. 

Alte Denkmuster in einer neuen Welt

Was ich ebenfalls wahrnehme: Es gibt durchaus Menschen in Verantwortung, die etwas bewegen wollen. Aber sie tun es oft aus Denkmodellen heraus, die nicht mehr zur heutigen Welt passen. Man kann die Zeit nicht zurückdrehen. Man kann nicht sagen: Früher hat es doch auch funktioniert. Die Welt hat sich verändert. Generationen haben sich verändert. Lebensrealitäten haben sich verändert. Mit Antworten von gestern lässt sich die Gegenwart kaum führen und die Zukunft schon gar nicht gestalten.

Ein stiller Perspektivenwechsel

Und damit komme ich zu dem Punkt, der mir zum Jahresanfang wirklich wichtig ist. Wir haben noch Spielräume. Noch können wir Weichen stellen. Noch können wir neu denken. Aber dafür braucht es etwas, das jeder Einzelne beitragen kann – unabhängig von Position, Rolle oder Einfluss. 

Beobachte dich selbst. Hör dir zu. Achte darauf, wie du über dieses Land sprichst, über Wirtschaft, über Politik, über Zukunft. 

Plapperst du nach – oder prüfst du?

Verstärkst du Angst – oder schaffst du Orientierung? Ziehst du mit im Jammern – oder hältst du innerlich einen Raum für Klarheit? 

Verantwortung beginnt nicht erst im Amt. Sie beginnt im Denken. Im Sprechen. Im täglichen Umgang miteinander. Deutschland ist nicht nur Krise. Dieses Land ist Ideenreichtum, Kreativität, Technik, Innovationskraft.

Ja, wir haben uns zu lange auf Sicherheit verlassen. Ja, andere haben aufgeholt. Aber genau darin liegt auch eine Chance: aufzuwachen, neu zu priorisieren und bewusster zu handeln. Nicht laut. Nicht panisch. Sondern klar.

Der Beginn dieses neuen Jahres braucht keinen weiteren Alarmismus. Er braucht innere Führung. 

Und vielleicht beginnt dieser andere Anfang genau hier: Wir können mehr, als wir uns gerade zutrauen.

➡️ Du spürst, dass dein Unternehmen an einer Schwelle steht?
Dann ist jetzt der Moment, neu zu denken – nicht im Außen, sondern im Inneren.

👉 Mehr erfahren: The Sparring Experience

Bild von Burga Neckermann

Burga Neckermann

Sie ist Diplom-Betriebswirtin (FH), Unternehmerin, Executive Coach und Sparringspartnerin. Ihr erstes Unternehmen hat sie aus der Idee heraus gegründet, über zwölf Jahre hinweg aufgebaut, erfolgreich geführt – und schließlich verkauft.

Ergänzt durch fundierte Coaching-Ausbildungen unterstützt sie heute Führungspersönlichkeiten und Unternehmer:innen dabei, Klarheit zu gewinnen, mutige Entscheidungen zu treffen und nachhaltig wirksam zu sein.

In diesem Blog teilt sie Impulse, Strategien und persönliche Erfahrungen rund um Leadership, persönliche Entwicklung und unternehmerischen Erfolg – für alle, die ihre Führungsrolle bewusst gestalten und weiter wachsen möchten.

Diskretion und Vertrauen sind im High Performance Coaching unverzichtbar und Grundsätze meiner Arbeitsweise, deswegen sind alle Referenzen anonymisiert. Auf Anfrage sende ich Ihnen die Referenzen gerne in voller Länge.